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?Es ist ein Wunder!? G?rtnern mit Know-how und Terra Preta

Datum: 04.04.2014

 

Der Einsatz von Terra Preta, portugiesisch ?schwarze Erde?, auch im Hausgarten war das gro?e Thema eines ausgebuchten Hobby-G?rtnerseminars der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Bayreuth.
Sitki Kurhahn, Referent aus F?rth, ein Pionier auf dem Gebiet der Herstellung und Anwendung von Terra Preta, begeisterte die Teilnehmer mit seinen praktischen Erfahrungen in der Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit und -qualit?t.

?Das Experimentieren mit der schwarzen Erde im eigenen Garten ist ganz einfach?, ermunterte Kurhahn die interessierten G?rtnerinnen und G?rtner. Aus organischen Abf?llen, wie Laub, Gras, Heckenschnitt oder auch Kleintiermist entsteht durch Zugabe von Holzkohle und unter der Mithilfe von sich ansiedelnden Bodenlebewesen eine extrem fruchtbare und lockere Erde mit einem Humusanteil von bis zu 40%. ?Ganz einfach und ohne gro?en Aufwand geht die Herstellung mit einer schon gebrauchsfertigen Kohlemischung, einem Kompoststarter?, so der Referent.
Dieser wird im Verh?ltnis 1:10 in einem Beh?lter mit Kompost angesetzt, befeuchtet und abgedeckt.
Schon nach wenigen Monaten entsteht aus 100 Litern Kompost eine Menge von 50-70 Litern biologisch hochwertiger schwarzer Erde.
Wird diese Erde in den Boden eingebracht, verbessert sich das Wasserspeicherverm?gen dauerhaft von 50 auf 80 Liter pro Quadratmeter. ?Das Besondere ist, dass Terra Preta weder Torf noch chemische Zus?tze enth?lt. Aber durch die Vervierfachung des Humusaufbaus und die Bindung von Kohlendioxid aus der Luft k?nnte sie mit Blick in die Zukunft sogar einen bedeutenden Beitrag zur L?sung der Klimakrise und Bek?mpfung des Welthungers leisten?, hofft Kurhahn. ?Man geht davon aus, dass mit ihrem Einsatz die Ertr?ge im Gartenbau und in der Landwirtschaft deutlich gesteigert werden k?nnen, ohne auf chemische D?ngemittel zur?ckgreifen zu m?ssen.?

Ob die ?schwarze Erde? diesen Erwartungen gerecht werden kann, das interessiert Landwirtschaftsdirektor Rainer Prischenk und seine Mitarbeiter. Seit 2010 wird in den Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Bayreuth, dem Veranstaltungsort des G?rtnertages mit der ?magischen Erde? experimentiert. Damals startete der gr??te Terra Preta - Freilandversuch in Bayern auf ?ckern der Lehranstalten bei Bayreuth in Kooperation mit dem Institut f?r Agrar- und Ern?hrungswissenschaften der Universit?t Halle-Wittenberg .Die wissenschaftlichen Auswertungen der Ernten sollen Vergleiche zwischen den Pflanzen, welche auf normaler Erde heranwuchsen und den Terra-Preta - Pflanzen zeigen.

?Wir m?chten jede M?glichkeit nutzen, um neue Erkenntnisse zur Bodenverbesserung zu gewinnen?, so die Aussage des Bezirkstagspr?sidenten Dr. G?nther Denzler bei der Freigabe der Versuchsfl?chen.

Das Konzept der Terra Preta klingt vielversprechend auch f?r Kleinbauern und Hobbyg?rtner und so gehen die Landwirtschaftlichen Lehranstalten in weiteren Versuchen weniger wissenschaftlich, daf?r aber sehr praxisorientiert an das Thema heran. Mit verschiedenen Kohlemischungen des F?rther ?Terra magica?- Pioniers Sitki Kurhahn, Referent auf dem diesj?hrigen G?rtnertag starteten sie kurzerhand einen Eigenversuch. ?ber drei Monate hinweg wurden Mieten, gef?llt mit unterschiedlichen Mischungen aus Kohlemischung, Rasenschnitt, Rindermist und Hackschnitzel beobachtet. Das Ergebnis l?sst sich bereits deutlich sehen, beziehungsweise riechen. Aus dem Kompost-Kohlegemisch entsteht durch mikrobiologische Vorg?nge die dunkle Erde, deren Geruch keineswegs mehr an Kompost erinnert, sondern intensiv erdig ist.

Die Seminarteilnehmer konnten sich vor Ort an angelegten Versuchsbeeten von den verschiedenen Stadien der Verwandlung des Holzkohle-Kompostes ?berzeugen und Geruch und Konsistenz pr?fen. ?Es ist wirklich ein Wunder!?, staunte eine der G?rtnerinnen.

Das Seminar hatte aber auch noch andere interessante Themen auf dem Programm.
So zeigte Erwin Pl??ner, G?rtnermeister bei den Lehranstalten und Lehrkraft f?r Gartenbau und Landtechnik den Teilnehmern den praktischen Einsatz und die Wartung von Gartenh?ckslern sowie das Kompostd?mpfen zum Abt?ten von Krankheitserregern. Aber auch der Pflanzenschutz war bei den Anwesenden sehr gefragt. Ist der Sch?dlingsbefall erst mal da, greifen die Gartenbesitzer h?ufig zur chemischen Keule.
Dass es da viele andere M?glichkeiten gibt, bewies Pl??ner den erstaunten Teilnehmern. Im Gew?chshaus vor Ort zeigte er eindrucksvoll den Einsatz von N?tzlingen zur Sch?dlingsbek?mpfung.
W?hrend Raubmilben den Spinnmilben der Gurkenpflanzen zu Leibe r?cken, frist die Schlupfwespe die Wei?e Fliege. Nematoden, kleine Fadenw?rmer, zerst?ren die Larven der Dickmaulr?ssler, einer K?ferart, die durch Kerben tiefe Sch?den am Blattwerk verursacht. Auf diese Weise tragen die N?tzlinge ohne sch?dliche ?Nebenwirkungen? zum ?berleben der Pflanzen bei.
Mit der wichtigen Frage nach den Bezugsquellen der ?Gartenhelfer? endete das Seminar ?G?rtnern mit Know-how? der Landwirtschaftlichen Lehranstalten.

Aufgrund der ?u?erst positiven Resonanz wird das Seminar im n?chsten Jahr wieder auf dem Fortbildungsprogramm der Lehranstalten stehen.

 

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